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„Für Immobilienmakler ist die Digitalisierung auf jeden Fall eine Chance“
10. August 2016

„Für Immobilienmakler ist die Digitalisierung auf jeden Fall eine Chance“

Bestellerprinzip, Digitalisierung, wandelnde Wohnbedürfnisse und vieles mehr – Immobilienmakler durchleben stürmische Zeiten und stehen vor immensen Herausforderungen. Wie finden sich Makler in diesem Umfeld zurecht? Nachgefragt bei Nikolai Roth, Geschäftsführer von maklaro.de.


Herr Roth, was zeichnet einen starken und zukunftsfähigen Immobilienmakler aus?
  1. Die Fähigkeit, die digitale Entwicklung nicht als Gefahr zu sehen, sondern sich aktiv damit auseinanderzusetzen und positiv zu Nutze zu machen.
  2. Die Anpassungsfähigkeit seines Unternehmens. Das heißt, nicht immer weiter zu machen wie bisher nur weil man es immer schon so gemacht hat.
  3. Sich und seine Dienstleistung selbstkritisch zu reflektieren.
Ist die Digitalisierung eher Chance oder Gefahr für die mittelständische Immobilienwirtschaft?

Bezogen auf den Immobilienmakler ist die Digitalisierung auf jeden Fall eine Chance. Noch nie war es so einfach beispielsweise seinen Auftraggebern die Möglichkeit zu geben, die Dienstleistungen rund um die Uhr über ein Kundenkonto transparent einsehbar zu machen. Diese Transparenz sorgt für Vertrauen. Und Vertrauen ist das A und O beim Immobilienverkauf.

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Wie lässt sich das Image der Immobilienmakler verbessern?

Mit drei Punkten: Sachkundenachweis, Bestellerprinzip im Kaufmarkt und Reduzierung der Maklercourtage.

Das schlechte Image der Immobilienmakler wird vorrangig durch die „Bettkantenmakler“ hervorgerufen. Leute, die meinen, nur aufgrund des §34c-Scheins Makler zu sein, müssen der Vergangenheit angehören. Deswegen befürworten wir vehement die Einführung eines Sachkundenachweises für Immobilienmakler.

Außerdem sind wir davon überzeugt, dass das Bestellerprinzip auch im Kaufmarkt durchgesetzt werden muss. Es ist schizophren, den Großteil einer Leistung für jemanden zu erbringen, um am Ende von jemand anderem bezahlt zu werden. Parallel wären die Makler mehr im Fokus der Eigentümer und müssten plausibel und transparent erklären, wofür sie sich die Provision verdient haben.

Damit wären wir beim letzten Punkt: der Reduzierung der Maklercourtage. Neben dem Bestellerprinzip ist auch hier Deutschland eines der wenigen Ländern, die Provisionen von 7,14% und mehr im Kaufmarkt zulassen. Vorrangig bei Maklern in Großstädten, die Immobilien innerhalb von Tagen verkaufen, ist eine Provision wie etwa 6,25% in Hamburg für die Leistung nicht gerechtfertigt.

Was sind die größten Fehler, die Hauskäufer machen?

Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase finanzieren Käufer häufig zu sehr niedrigen Zinssätzen, was partout nichts Schlechtes ist. Allerdings ist der gewählte monatliche Tilgungsbetrag häufig zu niedrig. Das böse Erwachen wird dann voraussichtlich in zehn Jahren kommen, wenn die Anschlussfinanzierung ansteht. Die neuen Darlehenszinsen werden signifikant höher und der Restbetrag wird kaum in einer sinnvollen Höhe getilgt worden sein. Fazit: Viele der heutigen Käufer werden dann ihre Immobilie aus Kostengründen wieder verkaufen müssen.

Was ist die größte Herausforderung vor der Sie derzeit stehen?

Als größter digitaler Immobilienmakler oder Hybridmakler im Kaufmarkt müssen wir mit Maklaro immer noch den Markt für uns sensibilisieren und Eigentümer davon überzeugen, dass wir den traditionellen Maklern in nichts nachstehen, sondern sogar mehr Leistung für weniger Courtage liefern. (mh)



Kommentare

von Thomas Rupp am 15.09.2016 um 10:13 Uhr
"Es ist schizophren, den Großteil einer Leistung für jemanden zu erbringen, um am Ende von jemand anderem bezahlt zu werden." So wird hier Werbewirksam deklariert.
Gleichzeitig ist die Firma MAKLARO eine der jenigen, die dem Verkäufer Kostenfreiheit garantiert und nur die Käufer zur Kasse bittet: "Maklaro ist für Sie als Verkäufer 100% kostenfrei"
Liest sich so einen verlogenen Artikel eigentlich keiner durch, bevor er voller Lobgesang auf die tolle Firma Maklaro veröffentlicht wird?
Ich muß schon an der Glaubwürdigkeit von IMMOCOMPACT zweifeln!

von Michael Herrmann am 15.09.2016 um 10:24 Uhr
Sehr geehrter Herr Rupp,

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um ein Interview handelt und bei einem Interview gilt das gesagte Wort. Gerade alles andere würde der Glaubwürdigkeit von ImmoCompact schaden. Zudem wollen wir gerade bei den 5-Fragen-Interviews verschiedene Meinungen und Branchenvertreter zu Wort kommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Herrmann, ImmoCompact



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