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„Der bloße Nachweismakler wird aussterben“
22. Februar 2016

„Der bloße Nachweismakler wird aussterben“

Aus der Branche für die Branche – um dieses Leitmotto in die Tat umzusetzen, lässt ImmoCompact ab sofort Immobilienmakler zu Wort kommen. Fünf Antworten auf fünf Fragen zu aktuellen Branchenthemen lautet die Aufgabe – diesmal mit Armin Nowak, Vorstand der NOWAK IMMOBILIEN AG.


Herr Nowak, wie stark verändert das Bestellerprinzip die deutsche Immobilienwirtschaft?

Als Folge wird der bloße Nachweismakler aussterben. Man wird nicht umhin können, das uralte deutsche Maklerrecht umfangreich zu reformieren. Es gibt im Bereich Wohnungsvermietung bereits Start-up Firmen mit sehr günstigen Pauschalen für den Vermieter, je nach Leistungsumfang.

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Befindet sich der deutsche Immobilienmarkt in einer Blase?

Vor ein bis zwei Jahren war in Deutschland eine Blasenbildung, außer in München, zu beobachten. Dies war allerdings vor dem großen Zuzug insbesondere der vielen Flüchtlingen. Die Flüchtlingskrise wird die Immobilienblase in den Großstädten nach hinten verschieben.

Was zeichnet einen starken und zukunftsfähigen Immobilienmakler aus?

Der Verkäufer oder Vermieter erwartet ebenso wie der Käufer oder Mieter vom Makler eine echte Dienstleistung, wie das Aufbereiten des Objektes, das Selektieren der in Frage kommenden Interessenten bzw. Objekte, samt Vorauswahl. Selbstverständlich ist auch eine umfangreiche Beratung von Nöten. Der blose Nachweis hat ausgedient, der echte Vermittlungsmakler wird überleben.

Ist die Digitalisierung eher Chance oder Gefahr für die mittelständische Immobilienwirtschaft?

Gerade in Zeiten des Internets und der damit für den Interessenten verbundenen exzellenten Vergleichbarkeit und Auswahl von Immobilien wird es für den Käufer leichter die gewünschte Immobilie zu finden. Die Immobilienmakler, die diesen Trend verschlafen, werden vom Markt verschwinden nach dem Motto: wer nicht mit der Zeit geht, der geht.

Was sind die größten Fehler, die Hauskäufer machen?

Die Lage wird falsch beurteilt. Sind Kindergärten, Schulen oder Ärzte in der Nähe. Der Kauf erfolgt unter Zeitdruck. Im Zweifel sollte man das Objekt lieber sausen lassen, als sich unter Druck zu einer Fehlentscheidung überreden zu lassen. Zudem wird die Besichtigung oft ohne Fachmann durchgeführt oder die Kaufunterlagen nicht ausreichend geprüft. Ebenfalls wird oft das Budget der Finanzierung, auch aller Nebenkosten, nicht eingehalten. (mh)

Sie wollen auch an unserer neuen Interview-Serie teilnehmen? Dann fordern Sie einfach unter redaktion@immocompact.de den Fragenkatalog an und suchen sich daraus ihre fünf Fragen aus.



Kommentare

von Thomas Sauer (2... am 23.02.2016 um 12:29 Uhr
Die Ausführungen von Herrn Nowak gefallen mir. Insbesondere seine Hinweise über einen starken und zukunftsfähigen Makler, wie auch zu den größten Fehlern, die Hauskäufer machen können, finde ich bemerkenswert und ich würde mich freuen, wenn dies die Grundhaltung aller Makler wäre.

von Frank Schoierer... am 23.02.2016 um 18:31 Uhr
Kein Kommentar, eher eine Frage. Wie kommt Herr Nowak darauf, das die Flüchtlingskrise die Immobilienblase nach hinten verschiebt? Geringes Angebot stößt auf hohe Nachfrage. Mehr Nachfrager (Flüchtlinge) treiben die Preise weiter nach oben. Heute wird für Schrottimmobilien so viel bezahlt, wie vor 5 Jahren für gute Objekte. Die real erzielbaren (Miet)Renditen sind deutschlandweit stark gesunken. Ein Investment rechnet sich oft nicht mehr (es sei denn man läßt verschiedene kaufmännische Gesichtspunkte außer acht). Oder man spekuliert auf weiter steigende Preise. Wohnraum ist heute für viele fast unbezahlbar. Wohnungen in vernünftigem Zustand können sich heute immer weniger Leute leisten. Gebaut werden nur teure Wohnungen. Von Luxus will ich nicht sprechen, da diese Wohnungen zwar teuer sind aber nicht luxerös. Das hat mit einem gesunden Immobilienmarkt meiner Meinung nichts mehr zu tun. Wenn es vielleicht noch keine Blase ist, überhitzt ist der Markt allemal. Darauf deuten auch Preise von Neubauwohnungen hin, die selbst in Kleinstädten gern schon mal höher als 4000 € pro m² betragen. Ein Geschäft macht da nur noch der Bauträger und Projektentwickler. Gekauft wird oft, weil man Angst hat, die Preise steigen noch weiter und man bekommt nichts mehr und weil man glaubt, es gäbe keine Anlagealternativen, was natürlich nicht stimmt.



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